Christoph Cantzler
Anja Wrede und Christoph Cantzler

Mit Christoph Cantzler arbeite ich seit vielen Jahren im Team.
Begonnen hat unsere Zusammemnarbeit jedoch nicht mit einem gemeinsamen Spiel, sondern innerhalb der Spiele-Autoren-Zunft e.V.: Christoph hatte die Idee zum Medienpreis ALEX, ich bin mit eingestiegen, gemeinsam haben wir den ALEX mehrere Jahre lang betreut.
Dann erschienen 2006 mit Prinzessin Rommi, Käpt'n Goldzahn und König Kobra gleich drei gemeinsame Spiele, allesamt bei HABA.
Und weil wir uns sehr sehr gut ergänzen, folgen mit jedem Jahr weitere gemeinsame Projekte.
Darunter auch Dragi Drache, Hase hüpf!, Fädelmaus (Ravensburger), Was macht die Maus? (Schmidt Spiele), Wo sind meine Schuhe?, Infinello (Selecta).
Immer wieder probieren wir neue Dinge aus und so entstanden z. B. die Geduldspiele Up & Down und Offline für Moses.
Oder die Geisteruhr, die 2017 bei Noris erschienen ist.

Geisteruhr, Noris Verlag

Bruno Faidutti
Anja Wrede und Bruno Faidutti

Bruno Faidutti habe ich eigentlich durch eine Verwechslung kennengelernt – er ging davon aus, dass ich mit Klaus-Jürgen Wrede, dem Autor von Carcassonne verheiratet sei* … und lud uns beide zu seinem Spieletreffen nach Frankreich ein. Klaus-Jürgen fuhr nicht nach Frankreich, ich jedoch schon. Ich bin immer wieder einmal dort. Und so war es fast logisch, dass wir auch gemeinsam über Spiele nachdenken würden.
Mit Fearz! (Volumiques/Don't Panic Games) ist 2016 das erste gemeinsame Spiel erschienen, mit Junggle 2017 das zweite bei Z-Man Games (nur in den USA).

* NEIN, Klaus-Jürgen Wrede ist weder mein Bruder, noch mein Mann, noch mein Pseudonym. Wir kennen uns jedoch und werden beide immer wieder einmal auf die Namensgleichheit angesprochen. Auch Udo Bartsch thematisiert es — wenn auch auf untypische Weise — in einem Interview.

 

Fearz!       Junggle

Barbara Wrede
Anja und Barbara Wrede

Barbara Wrede ist meine Schwester. Sie lebt als bildende Künstlerin und Autorin in Berlin. Einen Einblick in ihre Arbeit gibt es unter olompia.de und in ihrem Blog. Das erste Gemeinschaftsprojekt der Wrede-Schwestern, das in einer Spieleverpackung gelandet ist, war das Kinderkunstspiel Prestels kleiner Kunstkauz (Prestel Verlag).
Bald erscheint es komplett überarbeitet in einem anderen Verlag.

Ingrid Wrede

Ingrid Wrede ist meine bzw. unsere Mutter.
Mama ist also die Mutter von Barbara und mir.
Unsere Familie stammt aus Niedersachsen: Dort wird Platt geschnackt.
Oder wurde. Denn leider verschwindet diese wunderbare Sprache.
Ich selbst verstehe platt zwar, kann es jedoch nicht wirklich sprechen.
Meine Großeltern, mein Vater, meine Tanten, meine Mutter: Alle sprachen bzw. sprechen platt.

Und meine Mama schreibt seit Jahrzehnten lustige, anrührende und ernste Geschichten auf platt.
Die meisten Geschichten sind zuerst in der Lokalzeitung erschienen, sehr viele sind in ihrem Buch
Dat fängt in Kopp an nachzulesen.
Das Buch ist im Omnino Verlag erschienen.
Mit Zeichnungen von meiner Schwester Barbara.

Einige von den vielen Dingen, die ich von meinen Eltern gelernt habe, sind die Neugier und auch Mut, Neues zu wagen und Verantwortung zu übernehmen.
Das Neueste, was Mama mit mir ab März 2020 gewagt und geplant hat, ist ihr Youtube Kanal:
Hier ist er.

Einfach platt! Der you tube Kanal von Ingrid Wrede

Mama liest ihre plattdeutschen Geschichten vor.
Und filmt sich selbst.
Zu Beginn der Projektes im März 2020 ging das nicht anders.
Nun ist es super, weil sie alleine immer dann weitermachen kann, wenn sie möchte.
Die Videos schickt sie mir.
Selbstgelernt, selbstgemacht!
Ich füge einen kleinen Vor- und Nachspann an und lade die Filme dann in enger Absprache mit ihr mitten hinein, in das große, weite Internet.

Auch auf Instagram ist sie als ingrid.wrede zu finden.

Drei Texte, die sie im März, April und Juni 2020 für ihre Kolumne in der Lokalzeitung geschrieben hat, stehen hier zum Nachlesen.

Allerdings ...

Kannst du Plattdüütsch? Denn hast du richtig Dusel.
Denn kannst du dat, wat miene Mutter schräbm hat, hier noaläsen.

 

 

Mit Bügelbrett und Trittläär
von Ingrid Wrede

Wat moakt dat Bügelbrett mitten inne Stuuw?  Wat sall denn dat? Ick här doch nich moal Wäsche taun Bügeln. Dat man mit so‘ n Bügelbrett öwer uck noch wat ganz anners moaken kann,  doa wär ick joa alleen goar nich upp koamen, Bie Bügelbrett häw ick blooß an Bügeln dacht.  Moal ehrlich, wer bügelt schon geern?  Ick nich.  Öwer dat giwt joa bestimmt  Frauns und välleicht uck sogoar Kerls, de geern bügeln daut.  Alles ward bügelt. Dat mutt  alles ümmer so richdig picobello uttseihn. Glatt mutt dat wän.  Miene Fründin Lisa, de bügelt öwerhaupt nix, keine Bluse, kein Oberhemd, keine Böx, kein Stück Wäsche. Nix. De sächt ümme, dat ward doch alles glicks wär kruus. De Arbeit könn sei sick spoarn. In de Tied könn sei öhre Beine hochlängen.  Dat wör öhr bäder bekoamen. Sei hat Recht, denk ick öfte.
Ob dat vääl Lüü gäbm daht, de geern bügeln daut? Ick glöw nich. Oder? Ick jedenfalls  gehör doa nich tau. Ick schuuw dat ümme solange vor mick hen, bett de Wäschebarg bannig grood is. Dat mutt mick denn so richdig öwerkoamen, denn lech ick los,  hoal dat Bügelbrett inne Stuuw  und kiek näbenbie Fernsehen. Ümme. Denn gaht dat.
Öwer dütt Moal güng  dat  nich um Bügeln. Nee.
Dat Bügelbrett söll ganz woanners tau herholen.  De Idee dotau här use Lüttsche hat, schon glicks, ass de Coronatied losgüng. Tau öhr här ick  an Telefon sächt, mick is langwielig. Ick  kann mick mit keinen dräpen, kann keinen beseuken. Einfach langwielig is dat. Doa  kreig ick denn tau hörn, ick könn doch utt mien plattdüütschet Bauk vorläsen. Vorläsen? Wo denn blooß? In  de Coronatied is doch uck alles affsächt.
Tau Huus. Ick sall mick sülms wat vorläsen? So ganz alleen för mick? Und keine hört tau?  Nee. Doa här ick keine Lust tau. Dat  moakt doch  keinen Spoaß. Und Spoaß moaken mutt dat.
Wo könn ick in düsse Tied denn süss öwerhaupt vorläsen?
Im  Internet, sä use Lüttsche.
Und wie gaht dat?
Man mutt sick tau helpen weiten, und do keim nu dat Bügelbrett in‘ t Spääl,  doatau denn noch ne Trittläär,  ein Stauhl, mien plattdüütschet Bauk: „Dat fängt in Kopp an“ und mien Tablet taun Filme moaken. Use Stuuw weier nu dat Studio taun Uppnähmen. Wie ein Filmstudio seich dat nu wahrhaftig nich utt. Dat seich ehr utt, ass ob doa eine von de Arbeit wechloopen wär.
Ob dat so goahn dä? Dat güng.
Ick häw luut läst. Mick hat dat denn richdig Spoaß moakt und nu weit ick, dat man ein Bügelbrett nich blooß taun Bügeln nähmen kann, dat gaht uck taun Filme moaken. Man mutt  doa erstmoal upp koamen.  Välleicht fällt mick noaher bie ne Tasse Kaffee uck noch in, wat man süss noch so alles mit Bügelbrett und Trittläär moaken kann.
Ankieken kann man sick miene Filme uck schon in Internet upp Youtube. Man mutt bloß noa Youtube goahn und denn seuken noa: „einfach Platt“ und denn gaht dat. Von dat Bügelbrett und de Trittläär is doa nix tau seihn.  Trittläär und Bügelbrett sünd joa uck nix Besonneret. Oder?

 

 

Wat hat Klopapier mit Corona tau daun?
Von Ingrid Wrede

Lerrige Regoale in de groden Märkte. Wann hat dat sowat schon moal gäben?
Wo süss Klopapier, tweelagig, dreilagig, weiket, sneiwittet mit Blaumen, grauet, umweltfründlich, billig oder düür, lingen daht, is nix tau seihn. Kein Paket, keine Rolle. Eigentlich ward doch ümme doaför sorgt, dat glicks wär wat noapackt ward. De Umsatz mutt doch stimmen. Süss können de Lüü joa upp denn Gedanken koamen, dat Geschäft is kort vor ’n Pleitegoahn, kann siene Räknungen nich mehr betoahlen, kriggt deshalw uck nix mehr liefert.
Öwer so is dat joa nich. De Lüü fangt an tau hamstern und an erste Stää staht Klopapier. De Grund för de ganze Hamsterei is schienboar dat Wurt Corona. Ass dat Wurt Corona uppducken dä, güng dat los.
Ick froag mick, wotau bruckt alle upp einmoal blooß sovääl Klopapier? De Lüü stört sick doa förmlich rupp. Nich blooß bie üsch hier. Inne Zeitung häw ick läst, in Australien is dat in Oogenblick genauso. Dat Wurt Corona lätt de Lüü doa uck tau Hamsterer warn. De Gedanken kreist um dat Klopapier. Klopapier ward doa schon taudeilt. Jede kriggt in Geschäft blooß noch eine einzige Rolle.
Ein Fraunsminsch woll besonners klauk wän und hat sick öhr Klopapier öwer dat Internet bestellt. Doa geiw dat noch naug. 48 Rollen, de wörn öhr recken, doa wör sei lange mit henkoamen. Öwer statt 48 Rollen wörn öhr upp einmoal 48 grode Kartons anliefert, mit Poar duusend Rollen in. Sei här bie de Bestellung anne falsche Stää öhr Krüüz moakt. Denn groden Barg Kartons vor de Huusdöör mutt man sick moal vorstellen. Dat Papier bräuk sei doch nich alle, weier öhr erste Gedanke. Öwer denn ... eigentlich doch nich so slecht, könn sei noch düür wierverköpen und orntlich wat mit verdeinen.
Dat sick alles so um Klopapier draht ... ick kann mick nich entsinnen, dat schon erläwt tau häbm. Ass ick Kind wän dä, geiw dat tau Huus blooß ein Plumpsklo. Klopapier wör nich kofft. Doa wör kein Geld för uttgäbm. Dat geiw doch de Zeitung. Wenn de alle dörchläst härn, wör de Zeitung fein in Stücke snän oder retten, nich tau lüttsch und nich trau grood. De Stücke wörn denn upp dat Plumpsklo anne Döör an Noagel uppspießt, bräuk man blooß afftaurieten. Betten fest weier dat Zeitungspapier joa. Öwer dat geiw nix anneret. Taun Läsen leigen upp Klo uck noch Zeitungen.
Ick froag mick nu schon de ganze Tied: Wat hat Klopapier blooß mit Corona tau daun? Dat hat mick noch keine sängen könnt. Uck Fachlüü und Wissenschaftler hött doatau noch nix sächt. De sächt, Hännewaschen! Hännewaschen! Affstand holen! Affstand holen! Öwer keine sächt, Klopapier köpen.
Wenn de Lüü sick välleicht upp Zeitungen und Beuker störten wörn, dat könn ick joa verstoahn, öwer upp Klooopapier ...

 

 

De Huppen bliwt
von Ingrid Wrede

„Platt is cool“ staht upp de eine Siete von mien Becher, denn ich moings ümme för denn Kaffee bie mien tweetet Freuhstück nähm dau. De Becher is dunkelbruun und upp de Siete gegenöwer von „Platt is cool“ is ne Kauh upp. Dat is öwer bestimmt keine Kauh von hier wän, de doa Modell stoahn hat. De Kauh upp mien Becher hat ne Glocke um Hals. Hier hött Käuh keine Glocken um Hals. Häw ick jedenfalls noch nich seihn. De Kauh upp denn Becher mutt utt Bayern koamen.
Öwer trotzdem möch ick denn Becher tau geern nähmen und de Kaffee smeck bie mien tweetet Freuhstück, so Klock tahn, uck besonners gaut, weil ick doatau ümme einen Riegel swarde Schokoloade äten dau. Dat rett mick ümme öwer denn Dag. Nervennoahrung is dat.
Mit denn schönen bruunen Becher, dat gaht nu nich mehr. De is mick doch namdags einfach utt de Hand rutscht. Blooß, weil ick alles upp einmoal mitnähm woll, denn Bodderteller, dat Brot, denn Sirup, denn Kaffeepott und denn Becher uck noch
Ick möss an use Oma denken. Use Oma här dotau sächt: „De eine, de dröggt sick dood, de anner, de löppt sick dood. Kummt allens upp eins rutt.“
De Becher leig upp ‘n Fautbodden, öwer kaputt weier de nich, blooß de Henkel weier affsprungen. Denn Henkel wär ankläbm? Nee. In Schapp weier noch naug Geschirr. De Becher kummt in miene Sammelkiste. De Kiste staht hint inne Ecke inne Spieskoamer. Geschirr utt Porzellan, dat nich mehr gaut is, einen Riss hat oder affstött is, kummt doa rin. Oole Blaumenpötte uck. Ward alles upphägt. Dat bruck ick noch. Blooß wann ick dat brucken dau, dat staht inne Steern. Weit ick nich so genau.
In usen Goarn hint an Schuppen häw ick einen Huppen. Von wiehn könn man denken, de sütt fast wie ein Muulwormhuppen utt. Blooß noch grödder. Miene Fründin Ulla freug mick vor korten: „Wutt du denn groden Muulwormhuppen doa hint nich endlich moal wechmoaken? De is doa schon so lange. Stört de dick nich?“
„Nee, stört mick nich. Denn bruck ick. Und dat is kein Muulwormhuppen. Dat is mien Wuthuppen.“
„ ... Wuthuppen ...?“
„Joa, mien Wuthuppen. Ümme, wenn ick mick bannig ärgern dau, so oft kummt dat joa nich voar, öwer wenn dat so is, dat de Wut so langsoam in mick hochkruppen daht und ick anfang tau koken, denn schütt mick dat gottseidank noch in und moakt noch Klick bie mick. „Porzellan! Porzellan!“ sächt ne innere Stimme denn und düsse Stimme, de is nich tau öwerhörn. Ick suus furts inne Spieskoamer, snapp mick utt miene Kiste Geschirr, rönn in Goarn noa mien Huppen hen und donner de Tassen und Teller mit vulle Wucht upp denn Huppen rupp.
Hinnerher gaht mick dat bäder. In Goarn ist miene Polterei blooß ass betten Geschepper tau hörn. Wier nix. Välleicht verjeugen sick noch de Katten utt de Noaberschaft. Öwer dat weiert denn schon.
Mick güng dat denn wär richdig gaut. Ick weier erleichtert, könn deip dörchoatmen und weier froh, dat ick nich glicks explodiert bün und miene Wut denn Falschen droapen här.
So ... und deshalw is kloar, de Huppen, de bliwt.“

Edition Siebenschläfer

2008 habe ich gemeinsam mit Claudia Hartmann die Edition Siebenschläfer gegründet, 2009 sind mit Schnuffi, wuff! und Määäh! die ersten Spiele erschienen.
Von 2013- 2020 habe ich den Verlag für Spiele und Papeterie in alleiniger Regie weitergeführt.
Mitte 2020 habe ich meine Tätigkeit als Verlegerin beendet.

Diese Entscheidung stand schon seit Anfang des Jahres fest und hatte nichts mit der Corona Pandemie und deren Auswirkungen zu tun.
Beeinflusst hat die Pandemie allerdings die Pläne einer fröhlichen Abverkaufsparty: Die konnte leider nicht stattfinden...

Ich habe auch als Verlegerin richtig, richtig viel gelernt.

Und wenn ich Hilfe bei der Druckvorbereitung benötigte, war Christof Tisch da.
Fotos kamen von Andreas Klein und Jan Blachura.
Beim Vertrieb hat mich Spiel direkt — entlastet, die Genossenschaft für Kleinverlage.
Und Horst Gugerbauer von Neues Spielen.

Die Spiele sind bei der Edition als deutsche Sprachausgabe erschienen, einige Spiele gibt es in anderen Sprachfassungen.
Karla Kuchenfee wurde so z.B. zu Moo's Code (Jolly Thinkers, Hong Kong) und zu Krówka w Kuchni (Nasza Księgarnia, Polen).

Edition Siebenschläfer

Neues Spielen

Mimuerfel

"Baut kleine geile Firmen auf" hat Funy van Dannen gesungen … und umso besser geht es den kleinen Firmen, wenn wir uns gegenseitig unterstützen: Meine Edition Siebenschläfer und der Verlag Neues Spielen haben sich über Jahre gut und gerne unterstützt!

Gegründet hat den Verlag Hajo Bücken (*1944; † 2016), mit dem mich eine mehr als 20jährige fröhliche und respektvolle Freund- und Kollegenschaft verbunden hat. Wir haben nicht nur gemeinsam gelacht, geredet und gespielt, sondern auch einmal gemeinsam im Studio gestanden und im Duett Kinderlieder gesungen.
Und 2019 durfte ich Texte zu neuen Ausgaben seiner Ratz-Fatz Spiele beitragen.

Bereits seit einigen Jahren führt nun Horst Gugerbauer den Verlag weiter.