Bildquelle:
https://www.instagram.com/p/Cj42l5-I3SW/?igshid=YmMyMTA2M2Y=
Abgerufen am 29.04.2023.

 

Nach einer Unterhaltung über Fehler, die uns immer wieder passieren, beschlossen mein guter Freund TS und ich, etwas über genau diese Fehler zu schreiben. Sein Text kann hier nachgelesen werden. Denn er legte im Handumdrehen in unserem gemeinsamen Blog vor. Ich beeilte mich und zog noch am selben Tag nach! Oder war es noch der gleiche Tag?
Ohoh!
Mein ursprünglicher Text findet sich hier (nur der Einstieg ist verändert).
Meine Wiederholungsfehler möchte ich jedenfalls fürs Erste in drei verschiedene Bereiche einteilen.

1. Schreibfehler

Einen meiner ältesten Schreibfehler werde ich nicht los, obwohl mir die Regeln klar sind: DAS wird mit S geschrieben, wenn es durch dieses, jenes oder welches ersetzt werden kann.
Sätze mit DASS oder DAS nach dem Komma ohne Nachzudenken richtig zu schreiben, das funktioniert bei mir einfach nicht.

Den Begriff Auslautverhärtung kenne ich erst, seit ich mal eine Broschüre mit logopädischen Sprachtipps redaktionell betreut habe. Damals dachte ich schon: Oh, wusste ich das schon mal? Was für eine hilfreiche Regel: HUND hört sich wie HUNT an, aber die Mehrzahl verrät es: HUNDE sind weich am Ende. Also ist HUND richtig.
Diese Eselsbrücke brauche ich beim Standard.
Zum Standard gehört die Standardisierung, nicht die Standarte. Trotzdem ist das einer meiner Fehler, den Kollege Christoph in den geschäftlichen Mails zum Glück immer wieder entdeckt. Wenn ich ihm dafür jedes Mal ein Getränk spendieren müsste, hui, keine Ahnung, wie oft er sich schon auf meine Kosten hätte betrinken können. Das Beitragsbild über diesem Text zeigt, dass ich mich bei diesem Fehler durchaus in prominenter Gesellschaft befinde.

2. Linkshandfehler

Die Rucksacktheorie von Peggy Mcintosh finde ich ziemlich einleuchtend. Ich finde, sie passt nicht nur auf Rassismus, sondern ganz allgemein zu Gesellschaft und den Regeln, die die Mehrheit einer Gesellschaft bestimmt hat. Nur wer eben nicht zur Mehrheit gehört, hat mehr oder weniger große Probleme.
So ein Bereich ist in meinem Fall z.B. die Linkshändigkeit in einer rechtshändigen Welt. Ich habe großes Glück, denn zum einen wird Linkshändigkeit bei uns gesehen und zum anderen hatten meine Eltern ein Auge darauf, wurde doch noch mein Vater fies umgeschult.
Ich erinnere mich noch gut an einen magischen Laden in Hannover: Alles für Linkshänder. Was es da alles gab! Ich hatte nur die Minimalausrüstung: Füllfederhalter (Pelikano natürlich), Schere und Anspitzer.

Schlüssel drehe ich jedenfalls erst immer einmal falsch herum. Meine Wohnungstür hat ein Schloss, bei dem der Schlüssel in die andere Richtung als normalerweise gedreht werden muss – Rechtshändige Personen verzweifeln daran regelmäßig.

Bei Bohrmaschinen muss ich sehen, wie rum der Bohrer bzw. der Schraubaufsatz sich dreht, um zu verstehen, ob ein Bohrloch entstehen kann … oder eine Schraube fest- oder losgeschraubt wird. Ich kann es mir einfach nicht merken.

Meine Schwester hat mir mal einen tollen Gemüseanspitzer geschenkt. Er sollte sehr hübsche Gemüsenudeln erzeugen. Ich habs nicht hingekriegt!
Es hat eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe, dass er den Gebrauch der rechten Hand erfordert.

In meiner Ausbildung dachte die Ausbilderin, meine Schere sei stumpf: „Na, Fräulein Frede, was haben wir denn hier wieder gemacht …“ sagte sie, weil sie mit meiner Schere keinen klaren Schnitt schneiden konnte. Die Schere war zwar eine Rechtshandschere, die mir Druckstellen an der linken Hand verursachte, aber ich hatte sie benutzen können … und die Schneidblätter waren durch meine Linkshändigkeit so abgenutzt, dass zwar ich, sie jedoch nicht damit schneiden konnte.

3. Konfliktauslösungsfehler

Angewohnheiten und Fehler dieser Kategorie haben es an sich, dass sie oft erst im sozialen Kontext bemerkt werden. Und eben nur, wenn das Gegenüber andere Angewohnheiten hat und plötzlich unangenehme Dinge passieren, die es vorher nicht gab.

Nicht, dass ich mich nicht bemühe, Gläser richtig zuzuschrauben. Ich vergesse es einfach.
Bei den ersten Unfällen und den prompt folgenden Wutausbrüchen meines damaligen Freundes wagte ich noch zu sagen:
„Wieso fasst du das Glas denn auch am Deckel an?“
Er hatte ja recht, Schraubdeckel sind zum Zuschrauben da.
Ich verstehe das ja auch und bemühe mich seither, Gläser immer richtig zuzuschrauben.
Aber manchmal vergesse ich es eben einfach.
Und es fällt mir nicht auf – ich fass Gläser ja auch nie am Deckel an.


Die ursprüngliche Version des Textes erschien zuerst 2023 im Blog:

Morgen fing ich an

Tja, wir wissen es nur zu gut:

Fehler passieren immer wieder, im Leben und auch beim Spielen.

Meistens sorgen Fehler beim Spielen für blöde Gefühle und haben auch noch negative Folgen. Z.B. rausgeworfen werden, Sachen abgeben müssen, nicht gewinnen oder eben verlieren.
Im Spiel Spitze Skizze von Christoph Cantzler und mir (Schmidt Spiele) kann es vorkommen, dass ALLES an einer Zeichnung falsch ist.
ALLES falsch heißt: Alle vier Elemente der Figur sind falsch gezeichnet. Es gibt 0 von 4 möglichen Punkten.
Aber: Anders als bei den meisten anderen Situationen ist das nicht schlimm.
Im Gegenteil. Es ist toll.
Denn es bedeutet in der Grundversion des Spiels, dass nun alles anders gezeichnet werden muss … und schon ist alles richtig!
Hier gibt es einen Einblick in die Entstehung des Spiels.




Eine neue Aufgabe: Ich bin Lehrbeauftragte

Abbildung: Titelblatt der Veranstaltungsfolien

Seit 2022 bin ich Lehrbeauftragte an der HSAP Berlin, Studiengang Kindheitspädagogik.
Das duale Studium der Kindheitspädagogik gibt es seit 2019: Das duale Konzept gefällt mir gut.
Die Studierenden sind einige Tage der Woche in einer Einrichtung und einige Tage in der Hochschule.
Die Einrichtungen, aus denen meine bisherigen Teilnehmer:innen kommen, waren vor allem KiTAs, aber auch Horte und Kinderheime.


Titel und Umfang meines mehrteiligen Seminars sind gesetzt:
Das kindliche Spiel
Spielen mit Kindern als teilhabende Ressource im Bildungsprozess

Bei den Inhalten kann ich eigene Schwerpunkte setzen und habe mich für diese entschieden:

  • Was ist (Kinder)Spiel – Definitionen und Sichtweisen in Theorie und PraxisKindliche Spielformen
    (Exploration - Funktionsspiel – Phantasiespiel – Rollenspiel – Objekt- und Konstruktionsspiel – Regelspiel)
  • Kreativität mit und ohne Stift, Spielen und Lernen
  • Spiel und Lebenswelt(en): Drinnen und draußen, hier und dort, gestern und heute
  • Spiel und Spielmittel: Das Zeug zum Spielen
  • Spiel und Integration: Barrieren haben viele Gesichter
  • Spielen und Lernen gestern und heute: Blick auf verschiedene Schulen

Mein Anspruch an die Lehre sorgt dafür, dass ich die Inhalte neben dem theoretischen Input immer auch mit spielerischen, interaktiven Methoden zu vermittele.
Wir ...

  • diskutieren, raten, zeichnen, würfeln, spielen, lachen … im Team, Kleingruppen oder auch als Gesamtheit
  • probieren mit Nüssen die Spiele der alten Römer aus und erfinden weitere
  • schauen uns die aktuellen Spielzeugwelten an
  • nutzen Bausteine, Lego und andere Spielmittel
  • beleuchten den Begriff Diversität in Bezug auf Kindheit(en), Kinder und Spiel
  • spielen, analysieren und variieren Kinderspiele
  • bauen mit Schnüren und Gummibändern DIY-Fröbeltürme und treten gegeneinander an

Die Studierenden erbringen im Rahmen des Seminars einen Leistungsnachweis als Präsentation.
Zwei Bedingungen sorgen dafür, dass in jedem Durchgang eine breite Themenvielfalt auftaucht.

  • Die Präsentation muss zum Thema SPIEL/BILDUNG passen
  • Die Präsentation muss mindestens eine Interaktion enthalten

Zu Beginn des Semesters werden gemeinsam Ideen gesammelt, die Grundlage oder Anregung für das eigene Thema sein können.
Die Beispiele zeigen, wie weit gefächert die Studierenden ihre Themen wählen und passende Interaktionen anleiten:

  • geschlechtsspezifisches Spielzeug (Interaktionen: Hinterfragen der eigenen Einstellungen)
  • inklusive Spielplätze
  • kooperative Spiele (Interaktion: JUST ONE in der Gruppe.  Zuerst raten musste ... die Lehrende)
  • Maria Montessori und ihre Pädagogik (Interaktion: Spielgaben ausprobieren)
  • Naturpädagogik
  • Psychomotorische Spiele (Interaktion: Gruppenspiele mit Luftballons)
  • Papierflieger (Interaktion: Papierflieger falten, Weitflugchallenge)
  • Spiele aus: Kamerun/ Südkorea/der Türkei (Interaktionen: Spiele!)
  • Spiele für Kinder mit Integrationsstatus (Interaktion: Spielstationen)
  • vorurteilssensibles Spiel
  • ...

Ich bin gespannt, welche Themen im nächsten Durchgang auf den Tisch kommen.

 

PS: Sie sind auf der Suche nach einer Referentin zu einem der genannten Themen?

Dann lassen Sie uns gerne in Gespräch kommen.


In diesem Artikel (s.u.) geht es um ein Plagiat

(Deutsche Kurzfassung inklusive Kommentar)

Da die Plagiatoren in China sitzen, habe ich den Artikel auf EN verfasst.
Ja, China ist weit weg und machen kann ich nix.
Auch mein Verlag Jolly Thinkers aus Hong Kong kann nicht wirklich etwas machen (Kontakt- und Schlichtungsversuche sind im Sande verlaufen).
Ja, Plagiate kommen immer wieder vor, oft in weit größerem Umfang.
Nicht nur im Bereich der Spiele.

Ein soooo großes Thema!
Und wer hat noch im Blick, dass die Fidget Spinner irgendwann von jemand entwickelt worden sind, bevor die Nachahmungen die Welt überschwemmt haben?
Oder dass es irgendwann auch den allerersten Monobloc-Stuhl gab? (Podcast und Doku und Buch erzählen die Geschichte).

Aber zurück zum Thema des Artikels.

Die Bilder hier und im Artikel zeigen es:
Mein Spiel Karla Kuchenfee (EN Titel: Moo’s Code) wurde von einer Firma in China zu fast 100% plagiiert.

Geändert hat die Firma BIG BEAR AND BEE für ihr Plagiat SANDWICH RECIPE nur die Hauptperson und die Zutaten: Aus der Kuh wurde ein Schwein. Es wird kein Kuchen gebacken, sondern ein Sandwich zusammengestellt.
Identisch sind:

  • Die Art und Anzahl der Karten
  • die Abbildungen auf den Karten (Dinge und an den Silben der Dinge entsprechende Klopfsymbole)
  • die Gewinnbedingung
  • der Holzlöffel zum Klopfen der Silben

… alles identisch.

Leider insgesamt in einer so guten Qualität, dass es wirkt wie eine Lizenzausgabe.
Eine Lizenzausgabe wurde bedeuten:
Der Verlag, der die Rechte hat … und ich als Urheberin bekommen unsere Leistung vergütet.

Aber leider ist das Spiel keine Lizenzausgabe.
Sondern ein Plagiat.

Der Artikel ist zuerst am 07.03.2023 auf Board Game Geek erschienen.
Vielen Dank an Eric W. Martin für den entsprechenden Support.

Auch die Berufsvereinigung der Spieleautoren SAZ, deren Mitglied ich bin, weist in einer Pressemitteilung auf den Fall hin.
Und ebenfalls im März 2023 gibt es einen weiteren Fall zu dem Thema - und der spielt in Deutschland. Alle Infos zu "Unfinished Business" ... einem Plagiat von BIG DEAL von Brent & Jeffrey Beck sind ebenfalls auf der Seite der SAZ nachzulesen.


Moo's Code...and an Incredible Copy

My Name is Anja Wrede and I am a game designer from Germany.
Mostly I am working on children’s games and the topic of this article is one of my children’s games.
Its first edition is called KARLA KUCHENFEE – it was first published in Germany in my own publishing house in 2010. I designed the game and the drawings as well.

Then, the game went on and till now it has been licensed to publish in several countries.  The first one was France – the game is entitled “CAROLE ET SES DROLES DE RECETTES”, then other countries followed.  I am happy that for quite some years Jolly Thinkers has published the game as “MOO’S CODE/ MOO斯密碼” in several countries.

To get an overview you might take a look at the feed on BGG


So what is special about the game?

  • When you look at it, the first thing you see is the wooden spoon.
  • The second thing you see are different cards with pictures and dots.
  • A player gets the spoon and a card that shows him what to do – how many times he should tap on the table to show the combination of items he is looking for. He strikes one to four taps for each item.  In between two items, he stirs the spoon to show that the signal for an item is done and there will be another one.
  • These signals are fixed to the syllables of the items – so it is easy to remember them. And by the way: it is fun, and it is learning as well.
  • The other players listen and then look through all the cards on the table for the matching one.
  • And there is a mouse on some cards: The player screams to signal this card each time it appears.
  • To facilitate the learning of the tapping structure, all players receive an aid card. It shows the picture and the signals.
  • Because the game is based on syllables, the items used in the game are different in the different language versions.

So why I am writing all these?

Looking at these pictures, you see several versions of the game.
One is different from all others.
Oh, it is obvious, you will say: Only one shows a pig, all others show a cow.
You are right about this point, but this is not the point I want to tell you about.
So what is the point?

Well, besides the material, they all look the same.
Even the themes are the same: Looking for something to eat.
One of these is not a licensed version.
One of these games is a copy.

It is SANDWICH RECIPE (BIG BEAR AND BEE), the game with the pig.

It is even made nicely, with nice material and nice graphics … when you see it you might think: Oh, it’s a new licensed version of KARLA KUCHENFEE/MOO`S CODE, looking nice as well.
No, it is not.
It is 100% a copy: the number and types of cards, the number of items, the spoon, and even the winning situation are all the same as those of my game.
Oh, ok, only 99% resemblance because they turned the cow into a pig.

The Company “BIG BEAR AND BEE” is from China.
They started producing the copied version in 2022.

Looking at the backside of the box, you even see they care about the formal information that should appear on a game box.
They are trying to sell the game to companies as if they designed it and own the rights.
This is not true.
Not at all.

So what can we – Jolly Thinkers, the publisher, and me, Anja, the designer – do?
We like to play games and we would like to talk if there is something wrong.  
We like to follow rules, while playing and while working in games as well.

  • Well, the situation about the rights is difficult.
  • And it is difficult to reach this company in China. We tried to reach out but did not receive any answers to our request.
  • How could I and how could the publisher even take care for the rights all over the world?
  • How could we even notice if there is a copy somewhere?
  • How could designers and publishers earn their living if others just take the ideas and copy them and earn their money with the ideas and the work of someone else?
  • These are only one of the questions that should be talked about.

 

So, one answer is to talk about and show what happened to as many people as possible.
So please share this article.
So please tell Jolly Thinkers and me if ever you see any copied versions like SANDWICH RECIPE without my name on it,
or show the copycats on social media and identify them as a copy.

Let’s stay together and hope that this copy market will not grow.

Thank you,

All the best,

Anja Wrede


Read the article and the comments on BGG/ Designer Diary:

BGG Designer Diary

Tom Vasel shows the american Version of the game in this Video


Sie möchten informiert werden, wenn es hier etwas Neues gibt?
Bitte tragen Sie Ihre E-Mail ein. Damit ich Ihnen meinen Newsletter zusenden kann, erlauben Sie mir, Ihre E-mail zu speichern. Ich nutze sie ausschließlich, um Ihnen den Newsletter zu senden.

Was ist die Summe aus 6 und 6?

Sie haben ein Problem mit der Anmeldung?
Melden Sie sich gerne hier, wir finden eine Lösung!

Sie haben den Newsletter bereits abonniert und kein Interesse mehr?
Über diesen Link können Sie den Newsletter jederzeit abbestellen.