6 Spiele in Streichholzschachtelgröße für Moses

Manche Kreative haben gerne die totale Freiheit.
Ich mag Grenzen, an denen ich mich abarbeiten kann.
Gemeinsam mit Christoph Cantzler habe ich mich an besonderen Grenzen abgearbeitet:
POCKET GAMES … das ist eine Spielereihe, die jetzt bei MOSES erschienen ist.
Die Verpackung ist etwas größer als eine Streichholzschachtel.  

Diese Grenzen waren es u.a.:

  • Eine sehr kleine Packung
  • Ein kleiner Preis (ca. 3,95 €)
  • Verschiedene Spieletypen
  • ab ca. 6 Jahren spielbar
  • idealerweise mit 2-4 Personen spielbar (kein Muss)
  • Spielmaterial: Holz und Karten, Würfel

Daraus folgt:

  • Wenig Material.
  • Sehr sehr sehr kurze Spielregeln. Zum Glück nur einsprachig!

Dieses sechs Spiele haben das Rennen gemacht.

  • Einige Titel verraten schon etwas über die Spiele selbst.
  • Bei vier Spielen haben wir die Packung mit ins Spiel einbezogen.
  • Bei den Karten den Karten durften wir eine erstaunlich hohe Anzahl verwenden.


Brautkraut

Das Zungenbrecherspiel ist eine Wiederveröffentlichung. Es war in einer umfangreicheren Version vor einigen Jahren beim ZOCH Verlag.
Es ist ein Glück, dass das Spiel es wieder da ist, denn auch in der vereinfachten Fassung sorgt es für fröhlichen zungenbrecherischen Spielspass.
Denn Brautkraut bleibt Blaukleid und Kleidkraut bleibt Kraukleid oder wie war das doch gleich?


Dominew

… da verrät der Titel schon, um was es geht.
Die Spielregel allerdings ist tricky … denn die Karten sind knapp und es gilt gut hauszuhalten.


Packesel

Auch hier gibt der Titel den entscheidenden Hinweis: Es geht ums Stapeln. 
Doch die Hülse steht nicht einfach auf dem Tisch:
Die Spielenden stecken sie sich auf 2 Finger, stapeln Holzteilchen … und geben die Hülse weiter.
Dabei darf natürlich nichts herunterfallen!


Und Tschüss!

Hier wird die zweiteilige Schachtel zum Spielfeld … welches sich Runde für Runde verkürzt.
Und nur, wer rechtzeitig aufhört und so auf einem Punktefeld stehen bleiben kann, sammelt wertvolle Punkte und gewinnt.


Weg damit!

Der Einleger teilt die Schublade in 6 Fächer.
Dort verschwinden die Klötzchen der Spielenden … und nur wer sich merkt, wie viele Klötzchen wo liegen, kann die eigenen Klötzchen loswerden und gewinnen.


Würfelmikado

Was passiert beim Mikado immer? Genau. Es gibt Streit.
Nicht so in unserer kleinen Variante. Denn die Stäbchen dürfen verrutschen … aber nicht den Boden der Schachtel berühren oder in die Ecken der Schachtel rutschen. 


Sidefact 1

Die Vorgaben zwangen uns also, die Spiele einfach zu halten.
Darum sind die Spiele auch eines der drei Beispiele für Einfachheit/SIMPLICITY (bzw. den Blick auf Spiele, die aufgrund verschiedener Vorgaben einfach gehalten werden müssen) über die ich im Oktober 2023 meinen Talk bei CREATIVE MORNINGS BERLIN berichtet habe.
Die anderen beiden Beispiele waren übrigens:

  • Spiele für junge Kinder. Gänsemarsch war das Beispiel, an dem ich gezeigt habe, welche Merkmale Spiele für Spieleinsteiger:innen aufweisen sollten … und also mitgedacht werden müssen.
  • Spiele, die in einer kleinen Auflage gedruckt werden. Mein Beispiel war Karla Kuchenfee, bei dem die erste, deutschsprachige Auflage 1000 Stück umfasste und wir dementsprechend schauen mussten, auf welche Standards wir zurückgreifen können, um die Kosten gering zu halten. Ich habe die Gelegenheit auch genutzt, um über das Plagiat zu sprechen, das es von Karla leider gibt.

Vielen Dank an Marlon Schipper, dass ich dieses Fotos nutzen darf, die sie dort gemacht hat!


Sidefact 2

Die Spiele sind seit Herbst 2023 im Handel erhältlich, die ersten Muster brachten Magdalena und Tobias vom Moses Verlag uns schon im Juni nach Göttingen zum Spieleautor*innentreffen der SAZ mit.
Ich glaube, es ist gut zu sehen, wie sehr wir uns gefreut haben!


Die Eckdaten

6 POCKET GAMES

Brautkraut
Dominew
Packesel
Und Tschüß
Würfelmikado
Weg damit!

Verlag: moses
6 Spiele von Anja Wrede & Christoph Cantzler
Redaktion: Magdalena Smaha
Gestaltung und Illustration: Andrea Köhrsen


Das ist uns noch nie passiert:
Ein analoges Spiel bekommt ein Upgrade

Town66 von Christoph Cantzler und mir ist 2022 bei OINK erschienen.
OINK ist ein japanischer Spieleverlag, der sehr sehr schön gestaltete Spiele in erstaunlich kleinen Verpackungen herausgibt.
Eines meiner absoluten Lieblingsspiele ist von OINK: A fake Artist goes to New York.
Ich habe das Spiel in der unglaublich pink-gelben Packung  vor ein paar Jahren in Frankreich auf Bruno Faiduttis Spieletreffen kennengelernt.


Ich erzählte Christoph von dem Verlag und den Spielen.
Und wir waren uns einig: Dort möchten wir veröffentlichen!
Unser erstes Spiel dort kam quasi im Handumdrehen:

.               

ZOGEN ist unser Spiel mit der kürzesten Umsetzungszeit.
Im Februar 2018 haben wir das Spiel während der Spielwarenmesse bei OINK gezeigt, im Frühjahr 2018 ist es in Japan … und im Herbst 2018 in Europa erschienen.
Das chaotische Spiel hat den besten Rückseitentext aller Zeiten, finde ich. Der Text bildet das Spielgefühl haargenau ab.



Town66

Town66 ist 2022 erschienen, für 2-4 Personen.
Es enthält 36 Plättchen, 4 Plättchenhalter und einen Stoffbeutel.
Als wir die ersten Fotos sahen, fragten wir, welche Schachtelgröße OINK denn plane.
Die normale, antwortete unser Ansprechpartner.
Wir rieben uns die Augen und waren von der Verpackungskunst begeistert, als wir das Spiel in den Händen hielten.



Town77

Im Frühjahr 2023 überraschte uns die Nachricht, dass OINK Plättchen hinzufügen wollte … damit das Spiel für 2-5 Personen spielbar ist. Nun sind 49 Plättchen im Spiel.
Diese Anzahl Plättchen enthielt unser Prototyp übrigens auch.
So etwas ist uns jedenfalls noch nie passiert, aber wir freuen uns erneut, dass der Verlag wieder einmal ungewöhnlich denkt. Nun ist Town77 da.
Die Packung ist neu … allerdings nicht in der Größe, nur in der Gestaltung.
Da noch ein winziges wenig Platz vorhanden war, haben die Verpackungskünstler es erneut geschafft, uns zu verblüffen!

Auf der SPIEL 23 in Essen wurde es verkauft ... und war dort im Handumdrehen: SOLD OUT!


Sidefact

OINK gibt zu manchen Spielen ein Heft mit Hintergründen zur Entwicklung des jeweiligen Spiels heraus: DESIGNER NOTES.
Auch zu TOWN66. Ein tolles Zusatzprojekt!
Darin enthalten u.a. ein Interview mit Jun Sasaki, der TOWN66 gestaltet hat, und eines mit Christoph und mir.
Auch Abbildungen zweier Prototypen gibt es (Wir haben verschiedenes ausprobiert und so mit einem abstrakten, aber auch mit einem thematischen Spiel geliebäugelt.)
Leider erscheinen die Hefte nur auf Japanisch, wie dieser Screenshot zeigt:


Die Eckdaten

Town77 (upgrade von Town66)
Verlag: OINK
Ein Spiel von Christoph Cantzler und Anja Wrede
Illustration: Jun Sasaki


Ohne Input geht es nicht

Ich bin gerne mit Menschen zusammen, ich tausche mich gerne aus und höre gerne zu.
Bisher habe ich dieses Jahr schon ganz schön viel von on- und offline Veranstaltungen mitgenommen.
Ich höre mir gerne auch Dinge an, die nicht direkt mit meinen beruflichen Projekten zu tun haben.
Immer wieder tauchen für mich neue Begriffe auf. Plötzlich scheinen sie Alle zu verwenden.
Oder jedenfalls die, in deren Welt ich gerade einmal wieder neu bin.

Foto: @ Klax Berlin gGmbH


Klassismus

Klassismus ist so einer dieser schweren Begriffe. Er schaut mich irgendwie bedrohlich und klobig an und es kommt mir immer noch vermessen oder unangebracht vor, ihn in meinen Zusammenhängen zu verwenden oder anzuwenden.
Auch im Rahmen des Themas Impostor-Phänomen, zu dem ich gemeinsam mit Katja Günther arbeite, tauchte der Begriff immer wieder auf.
Und so war ich glücklich, dass ich mich im Rahmen eines online Workshops über die MINT vernetzt Community damit auseinandersetzen konnte.
Mein liebstes Wort in dem Zusammenhang stammt von der Referentin Dr. Isabell Lisberg-Haag:
Klassenreisende.
Es beschreibt den Umstand, dass, wer z.B. die Herkunftsfamilie verlässt, um als erste Generation zu studieren, ja nicht nur in dem neuen Umfeld ankommt … sondern auch noch mit dem alten Umfeld umgeht und im besten Fall in beiden Umgebungen sicher kommunizieren kann.
Von den Impulsfragen, mit denen wir uns in kleinen Runden ausgetauscht haben, waren die Einstiegsfragen meine Liebsten:

  • Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, das jemand weniger Geld als du hatte?
  • Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, das jemand mehr Geld als du hatte?

Partizipation

Partizipation ist auch so ein Begriff, der irgendwann da war.
Und eigentlich sind die meisten Veranstaltungen, die ich mache, partizipativ, auch ohne die Vokabel.
Nun habe ich allerdings ein lang gehegtes Herzensprojekt in diesem Sinne umgestrickt. Denn im Herbst mache ich ein Projekt mit der Bibliothek Tempelhof-Schöneberg. Ursprünglich hatte ich geplant, es alleine umzusetzen und dann mit Kindern durchzuführen und dann an die Bibliothek zur weiteren Nutzung zu übergeben.
Nun wird es partizipativ - es gibt eine Vorfassung, und die Kinder sind auch bei der weiteren Entwicklung aktiv. Am Ende wird eine kleine Ausstellung stehen … und ein ausleihbares, kiezbezogenes Produkt. Weitere Infos folgen sobald wie möglich.


I am not a Robot

Als ich von dem Forschungsprojekt I am not a Robot gehört habe dachte ich: Oh, was für ein spannendes Thema:
KI in der frühkindlichen Bildung.
Wie soll das gehen?
In der KiTA?
So, dass Erzieher:innen sich an das Thema KI herantrauen?
Das wollte ich wissen und verstehen. Und so war ich Zuhörerin und Mitdiskutantin bei der Abschlusskonferenz.
Mitgenommen habe ich neben einem vielseitigen Austausch u.a.:
Nicht immer ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes identisch mit der Forschungsfrage.
So wurde das Thema KI in der frühen Bildung im Laufe des Projekts greifbarer und letztendlich in Form von Toolboxen umgesetzt, die sich mit den Aspekten von Technik beschäftigen, die für KiTA Kinder greifbar sind. Und die so gestaltet sind, dass sich auch nicht soooo technikaffine Erzieher:innen an das Thema herantrauen.


Foto: @ Klax Berlin gGmbH
Vielen Dank an die Veranstalter auch dafür, dass ich die Fotos hier nutzen darf.


Und sonst so?

CREATIVE MORNINGS

Eine meiner liebsten Veranstaltungsreihen ist das Format CREATIVE MORNINGS.
Es gibt sie in verschiedenen Städten auf der ganzen Welt, das Prinzip ist immer gleich:

  • ein Monatsthema
  • ein Ort/ein Raum in einer Firma, in der Platz für ca. 80 Menschen ist
  • eine frühe Uhrzeit
  • ein Team, das alles Nötige regelt
  • eine Person, die einen Impulsvortrag hält, der wiederum etwas mit der eigenen kreativen Arbeit zu tun hat.

Ich schaue immer, ob ich es schaffe, meistens gehe ich gemeinsam mit Antje Hagemann. Für uns beide ist das ein besonderer Start in den Tag.
Über die Jahre gab schon viele tolle Vorträge, z.B. den von Nadine Roßa, ich mag ihre Arbeit, ihr Ausprobieren von immer neuen Formaten und auch ihre fröhliche, kompetente und zugwandte Art.
Gut gefallen hat mir auch der Vortrag von Hillary Alliston über Cartoons.
Nicht alle Vortragenden kommen aus den klassischen kreativen Berufen, das zeigt Max Heywood, der über Korruption und Kreativität gesprochen hat.

Nun wage ich es selbst. Am 29. September stehe ich dort und rede. Auf Englisch.
Darum habe ich mir erstmal eine neue Berufsbezeichnung erfunden: Creative Educationalist … ok, Spieleautorin bin ich ja auch noch, das wird dann auch im Impulsvortrag klar. An das Monatsthema „simplicitiy“ knüpfe ich über Beispiele aus meinen Spielentwicklungen an.
Anhand von 3 Beispielen will ich zeigen, dass ein Spiel, das einfach anmutet, viele Regeln in sich trägt und genau darum nicht immer leicht zu entwickeln ist.
Für die Entwicklung des Impulsvortrag habe ich noch etwas Zeit … er soll einfach sein, aber ich weiß schon, es wird nicht so einfach sein, ihn zu gestalten.


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